Pülfringen

"MIER BRÄUCHDE DRINGEND EMOL REECHE!“

Text: Roland Scherer
Sprecher: Roland Scherer

Sprecherin: Friederike Kroitzsch

"MIER BRÄUCHDE DRINGEND EMOL REECHE!“

Du, ich bin ja net neuschieri, aber wenn ich diech grod seh
do konn ich diech doch wos frooche, ha - des is aber schö.
Sooch emol - hots geschdern grächert bei äüch?
„Fuchze Lidder“ – oh mach ke Zäuch.

A in Höpfi hätts gschütt, wie aus Omer
un bei uns wors drukit, des glaabt doch kooner.
Außerüm, in Bretzi, Harde, Kennche überol hots runnerkhabe
un bei uns koon Tropfe - des is doch net zu glaabe.

Die Brehmer hätte sogor värzich Liter khot,
häbbe si heut morchen beim Dokder gsot.
Un mir Bülfemer, blous e boor Meeder nebedro gleeche
ha, mir bräuchte doch dringend a wedder mol Reeche.

De Garde is bockelhart, de Rase brauchscht nimmi möhe,
broutdruckit, do brauchscht a ken Schofmäuliszolot söe.
Do senn Riss im Boude, meji o meji
wenn do net uffbascht, fällscht no neji.

De Reechemesser is a e Fehlinvestition gwehe,
der hot no gor kon Reeche gsehe.
Konnscht a net alles aus em Hahne houle,
des konn doch koon Mensch mer bezohle.

Un des Wasser in Fässer houle,
des fällt mir gor net eji,
ich fohr doch net wechem Gieße
noch Brehme odder Kennche neji.

Ouh - guck emol, do hinne künnts ganz schwoarz,
sooch - wor des grod en Blitz,
werscht sähe - mir grieche wedder nix.
Es muss ja a net glei e böüschs Gwitter kumme,
dass es zsammehaabt die Ärn un a no die Blumme.

Sou en schöne Noochreche, wos monscht du,
die ganz Noocht hätts Zeit dezu.
Häut Middoch häbbe sie ja gmeldt,
über Frankreich sollt e groußes Reechegebiet leiche,
des soll a zu uns kumme – na, es werd sich zeiche.

Aber waascht, mir welle jetzt e boor Doch in Urlaub gejine,
do müsst der Reeche jetz a net grod seine.

Wir bräuchten dringend einmal Regen

Du, ich bin nicht neugierig, aber wenn ich dich grade sehe
da kann ich dich doch was fragen, ha - das ist aber schön.

Sag mal - hat es bei euch gestern geregnet?
"Fünfzig Liter" - ach mach kein Zeugs.

Auch in Höpfingen hätte es geschüttet, wie aus Eimern
und bei uns blieb es trocken, das glaubt doch kein Mensch.

Um uns herum, in Bretzingen, Hardheim, Königheim, überall hat es geschüttet
und bei uns keinen Tropfen - das ist doch nicht zu glauben.

In Brehmen sollen es sogar 40 Liter gewesen sein,
das haben sie heute Morgen beim Doktor gesagt.

Und wir Pülfringer, nur wenige Meter daneben gelegen
ha, wir bräuchten doch dringend auch wieder mal Regen.

Der Garten ist ganz hart, den Rasen braucht man nicht mehr mähen,
brottrocken, da braucht man keinen Feldsalat säen.

Da sind Risse im Boden, o je, o je
wenn man da nicht aufpasst, fällt man noch hinein.

Der Regenmesser ist auch eine Fehlinvestition gewesen,
Der hat überhaupt noch keinen Regen gesehen.

Man kann auch nicht alles aus der Wasserleitung entnehmen
das kann doch kein Mensch mehr bezahlen.

Und das Wasser in Fässern holen, das fällt mir überhaupt nicht ein
ich fahre doch nicht wegen dem Gießen
nach Brehmen oder Königheim rein.

Oh - schau mal, da hinten wird es ganz schwarz,
sag - war das gerade ein Blitz,
du wirst schon sehen - wir bekommen wieder nichts.

Es muss ja nicht gleich ein schweres Gewitter kommen,
dass es die Ernte und auch noch die Blumen zerstört.

So ein schöner Nachregen, was meinst du,
die ganze Nacht hätte es Zeit dazu.

Heute Mittag haben sie ja gemeldet,
über Frankreich soll ein großes Regengebiet liegen,
das soll auch zu uns kommen - na, das wird sich zeigen.

Aber weißt du, wir wollen jetzt ein paar Tage in Urlaub gehen,
da müsste der Regen jetzt auch nicht grade sein.

„SCHO WEDDER E LIEDL AUS“

Aldes Reimliedle, des in Bülfri in g‘selliger Runde gern gsunge werd.
Dargeboten von den „MGV Schlawinern“

 

Sprecherin: Friederike Kroitzsch

„SCHO WEDDER E LIEDL AUS“

Scho wedder e Liedl aus -
un no ko Fraa im Hausch,
Do föhrt e Dunnerwedder nei -
s‘ muss oni rei!
Ich hob vorred, vorred -
heirade du I net,
Iich brauch ko Kinnergschrei -
an meinem Bett!
Wenn abber e Reichi kummt -
heirad I zu jeder Stund,
Do is mer’s Kinnergschrei -
ganz onerlei!
Eins, zwei, drei -
un ald is net näu
Näu is net ald -
un worm is net kald.
Kald is net worm -
un reich is net orm
Orm is net reich -
un ungrod net gleich.
Gleich is net ungrod -
un en Wooche hot vier Rod
Vier Rod hot en Wooche -
un singe net sooche.
Sooche net singe -
un danze net springe
Springe net danze -
un Flöji sen ko Wanze.
Wanze ko Flöji -
un wouhl dut net weji
Weji dut net wouhl -
un läär is net voul.
Voul is net läär -
un e Dinschtknecht ko Herr
Un e Herr is ko Dinschtknecht -
un e Karpf is ko Hecht.
Un e Hecht is ko Karpf -
un e Zitter ko Harf
Un e Harf is ko Zitter -
un süß is net bitter.
Bitter net süß -
un Hänn senn ko Füß
Füß senn ko Hänn -
un es Lied hot e End.

Aldes Reimliedle, des in Bülfri in g‘selliger Runde gern gsunge werd.

Dargeboten von den MGV-Schlawinern

Schon wieder ist ein Lied gesungen

Schon wieder ist ein Lied gesungen -
und immer noch habe ich keine Frau im Haus,
Zum Donnerwetter noch mal -
es muss eine rein!
Ich hab mir geschworen -
dass ich nicht heiraten werde,
Ich brauche doch kein Kindergeschrei -
an meinem Bett!
Wenn aber eine Reiche kommen sollte -
dann würde ich sofort heiraten,
Dann wäre mir auch das Kindergeschrei -
ganz einerlei!
Eins, zwei, drei -
und alt ist nicht neu
Neu ist nicht alt -
und warm ist nicht kalt
Kalt ist nicht warm -
und reich ist nicht arm
Arm ist nicht reich -
und ungerade nicht gleich
Gleich ist nicht ungerade -
und ein Wagen hat vier Räder
Vier Räder hat ein Wagen-
und singen nicht sagen
Sagen nicht singen -
und tanzen nicht springen
Springen nicht tanzen -
und Flöhe sind keine Wanzen
Wanzen sind keine Flöhe -
und wohl tut nicht weh
Weh tut nicht wohl -
und leer ist nicht voll
Voll ist nicht leer -
und ein Diener kein Herr
Und ein Herr ist keine Diener -
und ein Karpfen ist kein Hecht
Und ein Hecht ist kein Karpfen -
und eine Zitter keine Harfe
Und eine Harfe ist keine Zitter -
und süß ist nicht bitter
Bitter nicht süß -
und Hände sind keine Füße
Füße sind keine Hände -
und das Lied hat ein Ende.

Altes Reimliedchen, das in Pülfringen in geselliger Runde gerne gesungen wird.

Dargeboten von den „MGV-Schlawinern“

Initiative und Organisation:
Hans Slama, Langenelz, und Dr. Isabell Arnstein, Buchen