Samstag, 05.12.2020


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des Bezirksmuseums Buchen

Gertrude Reum

14.09.2020
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Sonderausstellung
Vor fünf Jahren, am 16. August 2015, starb in Buchen die Künstlerin Gertrude Reu. Die bedeutende Gegenwartskünslterin wurde 88 Jahre alt und hat ein umfangreiches und von ganz unterschiedlichen Materialien geprägtes Werk hinterlassen.

Das Bezirksmuseum Buchen nimmt die Wiederkehr des Todestages zum Anlass, um mit der Ausstellung von 21 Werken aus dem Bestand des Museums an Gertrude Reum zu erinnern.

Vor allem mit ihren großen Skulpturen aus Chromnickelstahlröhren ist Gertrude Reum auch außerhalb von Galerien und Museen im öffentlichen Raum präsent; in Buchen zum Beispiel auf dem Kreisverkehr an der Hettinger Straße, in Tauberbischofsheim vor der Grundschule am Schlossplatz, in Mosbach bei der Dualen Hochschule. Aber auch weit über die Region hinaus tragen die Skulpturen Gertrude Reums die Gegenwartskunst zu den Bürgern.

In Buchen, das der 1926 in Saarbrücken geborenen Künstlerin seit den 1950er Jahren zum familiären und beruflichen Mittelpunkt wurde, ist sie insbesondere durch ihre Gestaltung des Altarraums der Pfarrkirche St. Oswald den Gottesdienstbesuchern vertraut. Dort gestaltete sie Altar, Kreuz und Ambo mit geätzten und geschliffenen Messingoberflächen. In der Bearbeitung dieses Materials hat sie es zu künstlerischer und handwerklicher Perfektion gebracht. Gleiches gilt für ihre geschliffenen Aluminiumplatten.

Das Bezirksmuseum zeigt Arbeiten aus allen Schaffensphasen von Gertrude Reum, angefangen von frühen Aquarellen bis zu den späten malerischen Entsprechungen der Stahlröhrenskulpturen. Zu sehen sind auch mehrere Arbeiten aus Zellstoff, die in den 90er Jahren entstanden. Zellstoff ist ein Zwischenprodukt bei der Papierherstellung. Das ursprünglich weiße Material hat Gertrude Reum bemalt, befeuchtet und seine Oberfläche aufgebrochen, um die Struktur des Materials offenzulegen und mit Wölbungen, Schnitten und Brüchen quasi einen Einblick in sein Inneres zu geben. Auch bei diesen Arbeiten verbinden sich künstlerischer Ausdruckswille mit einer souveränen Beherrschung der Bearbeitungstechnik.

Mehrere Werke dokumentieren die Werkphase, in der Gertrude Reum Aluplatten mit Aluminiumknöpfen und Aluminiumröhrchen unterschiedlicher Größe zu reliefartigen Werken gestaltete. Die künstlerische Bearbeitung von Alu- und Messingplatten durch Schleifen und Ätzen ist in der Ausstellung ebenfalls mit einigen Arbeiten vertreten. Dabei steht eine unbetitelte Alu-Tafel aus dem Jahr 1989 im Mittelpunkt der gesamten Präsentation im Bezirksmuseum. Aus der Werkphase der bearbeiteten Messingplatten ist im Bezirksmuseum unter anderem der Triptychon "Schöpfung" zu sehen.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Museums, sonntags 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon 06281/8898, zu sehen.
Beim Aufsichtspersonal kann dabei das Gedächtnisbuch "Gertrude Reum. pánta rhei" aus dem Jahr 2016 erworben werden.

 
Bezirksmuseum Buchen - Kellereistraße 25-29 - 74722 Buchen
Tel. (06281) 88 98 - eMail: info@bezirksmuseum.de